
Eine aktuelle Studie des Umweltdachverbands in Kooperation mit Re-Use Austria im Auftrag der Arbeiterkammer Wien macht deutlich: Repair Cafés sind aus der österreichischen Kreislaufwirtschaft nicht mehr wegzudenken.
Repair Cafés sind längst mehr als Schraubwerkstätten: Sie sind Orte der Begegnung, des Lernens und der sozial-ökologischen Transformation. Eine neue Studie von Umweltdachverband, Re-Use Austria und AK Wien zeigt: Die Bewegung wächst – und mit ihr ihr Beitrag zu Ressourcenschonung, Klimaschutz und sozialem Zusammenhalt.
Hard Facts:
Dynamisches Wachstum in ganz Österreich
2024 gab es in Österreich:
- 95 Repair-Café-Initiativen
- 227 Standorte
- 863 Veranstaltungen
- rund 17.000 Besucher:innen
- über 16.000 Reparaturversuche
- und rund 1.900 freiwillig Engagierte
Bemerkenswert: Mehr als zwei Drittel aller Reparaturen waren erfolgreich.
Seit den ersten Repair Cafés im Jahr 2013 ist die Bewegung kontinuierlich gewachsen. Zwischen 2022 und 2024 stieg die Zahl der Initiativen von 74 auf 95, die Standorte von 175 auf 227.
Repair Cafés sind damit eine der sichtbarsten und wirksamsten zivilgesellschaftlichen Antworten auf Ressourcenverschwendung und Wegwerfmentalität.
Ehrenamt als Herzstück
Die Studie zeigt klar: Ohne freiwilliges Engagement gäbe es keine Repair Cafés. Die freiwilligen Helfer:innen sind das Herzstück der Bewegung.
Die Initiativen selbst sind organisatorisch vielfältig – von losen Zusammenschlüssen über Vereine bis hin zu kommunalen oder sozialwirtschaftlichen Trägern. Besonders stabil laufen Repair Cafés dort, wo es koordinierende Service- und Unterstützungsstellen gibt, etwa in Tirol oder Salzburg.
Wo strukturelle Unterstützung vorhanden ist, sind:
- die regionale Abdeckung breiter,
- die Veranstaltungen besser abgestimmt,
- und die Initiativen langfristig abgesichert.
Die Studie empfiehlt daher den bundesweiten Ausbau von Koordinierungs- und Servicestellen für die Initiativen, professionelle Vernetzung sowie eine stärkere Verankerung in gesetzlichen Regelungen und Förderprogrammen.
Klare Empfehlungen für die Zukunft zusammengefasst:
- Aufbau dauerhaft finanzierter bundesweiter Unterstützungssstrukturen
- Aufnahme von Repair Cafés in Umwelt- und Klimaförderprogramme
- Umsetzung des „Right to Repair“
- verpflichtende Ersatzteilverfügbarkeit
- Aufnahme ins künftige nationale Reparaturregister
- stärkere Sichtbarkeit und Bildungskooperationen
Repair Cafés zeigen: Kreislaufwirtschaft funktioniert – wenn man sie möglich macht.
Sie verbinden Klimaschutz mit sozialem Zusammenhalt, freiwilliges Engagement mit konkreter Ressourceneinsparung und Reparaturkompetenz mit gesellschaftlichem Wandel.
Die neue Studie liefert dafür erstmals eine umfassende Datengrundlage – und macht deutlich: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese Bewegung strukturell zu stärken.
Mehr spannende Infos, etwa dazu welche Produktgruppen besonders häufig repariert werden, wo die regionale Dichte am höchsten ist und welche Faktoren den langfristigen Erfolg von Repair Cafés bestimmen, zeigt die Studie im Detail: hier herunterladen >>


