
Unter dem Motto „Ready to Act: Shaping the Next Social and Circular Europe“ kamen Vertreter:innen aus ganz Europa auf Einladung von RREUSE in diesem Jahr in Zagreb zusammen. Mit dabei war auch Re-Use Austria: Geschäftsführer und RREUSE-Präsident Matthias Neitsch brachte österreichische Perspektiven und Kernpunkte in die vielfältige Diskussion ein.
Wenn RREUSE zur alljährlichen Konferenz einlädt und sich Vertreter:innen europäischer Organisationen auf den Weg machen, gibt es eigentlich immer einen Grund zu feiern. Dieses Jahr gab es jedoch gleich zwei, denn die internationale Konferenz bildete einen besonderen Meilenstein, da das RREUSE-Netzwerk zugleich sein 25-jähriges Bestehen feierte. Mitorganisiert wurde das Treffen von der kroatischen Sozialgenossenschaft Humana Nova, einem herausragenden Best-Practice-Beispiel für die soziale Kreislaufwirtschaft in der Region.

v.l.n.r.: Ana Kralj, Stellvertretende Leitung der Regionalagentur REDEA, Mario Medved – Erster Stellvertreter der Gespanschaft Međimurje, Ljerka Cividini – Bürgermeisterin der Stadt Čakovec, Ivan Bozic – Geschäftsführer von Humana Nova, Matthias Neitsch – Präsident RREUSE, Geschäftsführer von Re-Use Austria
Kreativer Auftakt: Modeschau von Humana Nova
Der Auftakt der Konferenz stand ganz im Zeichen von Inklusion und Upcycling: In einer eigens gestalteten Modeschau präsentierten Zielgruppen-Beschäftigte von Humana Nova selbst entworfene Kleider, Taschen und Regenschirme. Die Modeschau machte eindrucksvoll sichtbar, wie soziale Beschäftigung und kreislauffähiges Design Hand in Hand gehen und echten gesellschaftlichen sowie ökologischen Mehrwert schaffen.
Vorträge, Workshops und „Converstations“
Im Anschluss an die Eröffnung folgte ein intensiver fachlicher Austausch. Am Programm standen wegweisenden Keynotes und Vorträge, unter anderem von Anastasia Costantini, Generaldirektion für Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission, Parisa Wright, Gründerin der Organisation „Greener and Cleaner“ und Matthias Neitsch, Vorsitzender von Re-Use Austria und von RREUSE.
Danach bildeten interaktive Tischgespräche – sogenannte Converstations – das Herzstück des Austauschs. In Kleingruppen diskutierten Vertretungen von Sozialunternehmen und Stakeholdern aus ganz Europa praxisnahe Zukunftsfragen:
- Praxiserfahrungen & Produktströme: Welche Ansätze funktionieren bei der Wiederverwendung und Reparatur von Elektroaltgeräten (WEEE), Textilien, Möbeln und Matratzen?
- Rahmenbedingungen & Hürden: Welche gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen stärken sozialintegrative Betriebe auf EU- und nationaler Ebene und wo gibt es noch Regelungslücken?
- Voneinander lernen: Wie können „alte“ und „neue“ EU-Mitgliedstaaten von den jeweiligen Erfahrungen in der Regulierung und Praxis profitieren?
Brückenschlag zur EU-Politik
Angesichts europäischer Weichenstellungen wie dem Circular Economy Act und dem Social Economy Action Plan betonte Re-Use-Austria-Geschäftsführer und RREUSE-Präsident Matthias Neitsch, wie wichtig es ist, dass politische Zielsetzungen auch in konkrete, verlässliche Bedingungen vor Ort übersetzt werden.
„Die Transformation zu einer ressourcenschonenden Gesellschaft gelingt nur, wenn Wiederverwendung und Reparatur sozial gerecht gestaltet werden. Die Sozialwirtschaft liefert hier seit Jahrzehnten die erprobten Lösungen – wir müssen nun sicherstellen, dass die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen Schritt halten.“
Am zweiten Tag der Konferenz wurde das Programm durch Fachexkursionen und Workshops in Čakovec am Sitz von Humana Nova abgerundet, wo die Teilnehmenden praktische Einblicke in die Arbeit der Organisation erhielten.
Alles in allem schauen wir zurück auf bereichernde und zukunftsweisende Tage in Zagreb und bedanken uns herzlich beim Team von RREUSE und Humana Nova für die Organisation und bei allen Teilnehmenden für den konstruktiven Austausch!
Fotos (c) RREUSE























