
Am Fuß des Mokattam-Berges in Kairo liegt Manshiyat Naser. Hier lebt und arbeitet die Zabbaleen-Community, deren Alltag seit Generationen eng mit dem Sammeln, Sortieren und Wiederverwerten der Abfälle der ägyptischen Megacity verbunden ist. Der österreichische Dokumentarfotograf Ingmar Ostermaier hat im September 2026 die Menschen hinter diesen eindrucksvollen Recyclingstrukturen porträtiert. Seine Foto-Serie MOKATTAM lenkt den Blick bewusst ab vom Abfall – und hin zu den Menschen, ihrem Wissen und ihrer Arbeit.
Wenn in Fachkreisen über Re-Use, Abfallverwertung und Circular Economy gesprochen wird, geht es häufig um Systeme, Kennzahlen und Technologien. Doch wer sind eigentlich die Menschen, die diese Kreisläufe tagtäglich mit ihrer Arbeit angetrieben und gestaltet haben – lange bevor der Begriff der Kreislaufwirtschaft in europäischen Debatten verankert war? Dieser Frage geht der österreichische Fotograf Ingmar Ostermaier in seinem aktuellen Fotoprojekt MOKATTAM nach. Während eines mehrtägigen Aufenthalts im September 2026 begleitete er Familien, Sammler, Sortiererinnen und Sortierer sowie kleine Recyclingbetriebe in Manshiyat Naser.
Blicke hinter die Kulissen: Handwerk, Würde und Improvisation








Die Aufnahmen dokumentieren vielseitige Arbeits- und Lebenswelten:
- Wertschöpfung und Detailarbeit: Arbeitsräume, in denen Kunststoffe präzise getrennt und weiterverarbeitet werden.
- Re-Use und Empowerment: Eine lokale NGO, in der Frauen aus entsorgten Materialien neue Produkte kreieren und vermarkten.
- Alltag und Gemeinschaft: Ein Blick auf das Leben vor Ort, der sich nicht auf gängige Klischees von Armut reduzieren lässt, sondern von Erfahrung, Improvisationstalent und Würde erzählt.
Der Abfall verschwindet in den Fotografien keineswegs komplett – er bleibt als natürlicher Kontext der Arbeitsprozesse sichtbar. Doch das eigentliche Hauptmotiv sind die Menschen selbst.
Eine globale Perspektive für die Kreislaufwirtschaft
Mit MOKATTAM schlägt Ostermaier eine Brücke von einer sehr spezifischen, lokalen Geschichte aus Kairo zu den weltweiten Diskussionen über Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Das Projekt erinnert daran, dass funktionierende Kreisläufe im Kern immer von menschlichem Handwerk, Engagement und Wissen getragen werden. In den kommenden Monaten soll die Fotoserie für Veröffentlichungen, Ausstellungen sowie interaktive Formate wie Vorträge und Diskussionsrunden weiterentwickelt werden. Geplant sind dabei auch Kooperationen mit Organisationen aus den Bereichen Re-Use, Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Umweltbildung sowie der Entwicklungszusammenarbeit.
Weitere Informationen zum Projekt und den Arbeiten des Fotografen finden Sie unter: www.ingmarostermaier.com


