
Mit dem zweiten Fortschrittsbericht zur österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie zieht die Bundesregierung eine positive Zwischenbilanz. Der Bericht zeigt, dass Österreich bei wichtigen Kennzahlen Fortschritte erzielt: Der Ressourcenverbrauch ist rückläufig, die Ressourcenproduktivität steigt und auch die Zirkularitätsrate entwickelt sich in die gewünschte Richtung. Damit werden erste Erfolge der 2022 beschlossenen Strategie sichtbar.
Besonders interessant für den Re-Use-Sektor ist, dass der Bericht die Bedeutung von längerer Produktnutzung, Wiederverwendung, Reparatur und Aufbereitung explizit hervorhebt. Die Kreislaufwirtschaft wird dabei nicht auf Recycling reduziert. Vielmehr wird betont, dass Produkte möglichst lange genutzt, wiederverwendet und instandgesetzt werden sollen, bevor sie schließlich dem Recycling zugeführt werden. Damit wird jenes Stufenmodell gestärkt, für das sich Re-Use Austria und seine Mitglieder seit vielen Jahren einsetzen.
Kreislaufwirtschaft als vielfältiges Instrument
Der Bericht verdeutlicht außerdem, dass die Kreislaufwirtschaft zunehmend als wirtschafts-, klima- und ressourcenpolitisches Instrument verstanden wird. Durch die Verlängerung von Produktlebensdauern können Primärrohstoffe eingespart, Abhängigkeiten von internationalen Lieferketten reduziert und gleichzeitig Treibhausgasemissionen vermieden werden. Re-Use leistet damit nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz, sondern stärkt auch regionale Wertschöpfung und Beschäftigung.
Positiv hervorzuheben ist auch die zunehmende politische und finanzielle Unterstützung für kreislaufwirtschaftliche Maßnahmen. In den Jahren 2024 und 2025 wurden im Förderbereich „Kreislaufwirtschaft“ 74 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 117 Millionen Euro unterstützt. Gleichzeitig arbeitet die Taskforce Kreislaufwirtschaft an Empfehlungen für die Weiterentwicklung rechtlicher Rahmenbedingungen und strategischer Maßnahmen.
Für Re-Use Austria bestätigt der Fortschrittsbericht damit, dass Wiederverwendung und Lebensdauerverlängerung unverzichtbare Bausteine einer zukunftsfähigen Kreislaufwirtschaft sind. Um die ambitionierten Ziele der Strategie zu erreichen, wird es jedoch notwendig sein, Re-Use-Angebote weiter auszubauen, Reparatur und Wiederverwendung stärker zu fördern und entsprechende Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Beschaffung zu verankern. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass der eingeschlagene Weg richtig ist und dass der Beitrag der Re-Use-Branche für eine ressourcenschonende Zukunft zunehmend Anerkennung findet.


