
Millionen funktionstüchtige Computer und Smartphones landen in Europa jährlich im Müll, während gleichzeitig Millionen Menschen der Zugang zu erschwinglicher digitaler Ausstattung fehlt. Diesem Paradoxon stellt sich das europäische Projekt „WEEE for Solidarity“, bei dem Re-Use Austria als stolzer Partner mitwirkt. Mit der Veröffentlichung des Whitepapers „The Forever Computer: 10 Solar Ideas to Rewire Tech“ setzen wir nun einen Meilenstein für die digitale Inklusion.
Reparieren statt Wegwerfen, Verteilen statt Ausgrenzen: Das heute erschienene Whitepaper im Rahmen des Projekts „WEEE for Solidarity“ ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen vier europäischen Organisationen der Sozial- und Solidarwirtschaft: Emmaüs Connect (Frankreich), Ateliere Fără Frontiere (Rumänien), AERESS (Spanien) und Re-Use Austria. Unser gemeinsames Ziel ist es, eine „Learning Community“ aufzubauen, in der Wissen, Werkzeuge und Methoden frei fließen, um lokale Netzwerke für die Wiederverwendung von IT-Geräten zu stärken. Wir wollen sicherstellen, dass aufbereitete Geräte vor allem jene Menschen erreichen, die bisher von der digitalen Welt ausgeschlossen waren.
10 inspirierende Initiativen – Österreich mit „WIDADO“ mittendrin
Das Whitepaper dokumentiert zehn konkrete Best-Practice-Beispiele aus ganz Europa, die im Jahr 2025 untersucht wurden. Besonders stolz sind wir darauf, dass Österreich mit WIDADO, dem solidarischen Online-Marktplatz, als eines der Erfolgsmodelle vertreten ist. Als zweites österreichisches Best Practice Beispiel wird die Handysammlung der Caritas Wien vorgestellt.
Weitere vorgestellte Ansätze umfassen schulbasierte Refurbishment-Programme für junge Menschen in Katalonien, mobile Reparatur-Werkstätten wie der „Reparatruck“ in Barcelona sowie großangelegte Verteilungsevents für armutsgefährdete Gruppen in Frankreich.
Ein Systemwandel ist notwendig
Trotz der enormen ökologischen und sozialen Hebelwirkung kämpfen Akteure der solidarischen IT-Wiederverwendung oft mit mangelnden Ressourcen und fehlender politischer Sichtbarkeit. Das Whitepaper versteht sich daher als ein Gründungsakt für ein europäisches Netzwerk, das mit einer gemeinsamen Stimme spricht. Das Problem ist nicht das Fehlen von Geräten. Es liegt in der Art und Weise, wie sie zirkulieren. Das Equipment existiert bereits. Die Herausforderung besteht darin, den Rücklauf in die Nutzung zu organisieren. Weder Recycling allein noch der endlose Neukauf von Geräten können die aktuellen sozialen und ökologischen Krisen lösen. Solidarische Wiederverwendung ist die systemische Antwort, die wir jetzt skalieren müssen.
Über das Projekt
„WEEE for Solidarity“ ist ein europäisches Kooperationsprojekt, das Akteure der Sozial- und Solidarwirtschaft unter einem gemeinsamen Ziel vereint: den Aufbau einer Lerngemeinschaft, die lokale Netzwerke für die digitale Wiederverwendung stärkt und aufbereitete Geräte für Menschen zugänglich macht, die von digitaler Ausgrenzung betroffen sind.
Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Erasmus+ (2024–2027) unterstützt.
Mitgliedsorganisationen: Emmaüs Connect (Frankreich), Ateliere Fără Frontiere (Rumänien), Asociación española de recuperadores de economía social y solidaria – AERESS (Spanien), Re-Use Austria (Österreich)


