
Mit großer Betroffenheit nehmen wir Abschied von Dr. Walter Schober, der am 17. April 2026 im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert Re Use Austria einen zentralen Wegbereiter und Unterstützer jener Entwicklungen, die heute die Grundlage für die bundesweite Umsetzung von Re Use als integraler Bestandteil der Abfallwirtschaft bilden.
Wegbereiter für Re-Use in Österreich
Als Leiter der für Abfallvermeidung zuständigen Abteilung im Umweltministerium prägte Walter Schober von 2001 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2010 entscheidend die strategische Ausrichtung der österreichischen Abfallpolitik. In dieser Funktion erkannte er früh das Potenzial von Re Use als eigenständige Säule der Kreislaufwirtschaft – lange bevor dieses Thema breite politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit erhielt.
Von besonderer Bedeutung war seine Rolle bei der Entwicklung des Re Use Umsetzungskonzepts des BMLFUW (2009), mit deseen ausarbeitung Re-Use Austria (damals noch „RepaNet“) beauftragt wurde. Dieses Konzept legte erstmals systematisch dar, wie Wiederverwendung als strukturierter Bestandteil der Abfallwirtschaft aufgebaut und verankert werden kann. Es definierte wesentliche Grundprinzipien, zeigte organisatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf und bildete damit die strategische Grundlage für zahlreiche Folgeentwicklungen im Re Use Bereich.
Die in diesem Zusammenhang geschaffenen Grundlagen waren maßgeblich für:
- die Etablierung von Re Use Strukturen in enger Kooperation zwischen kommunaler Abfallwirtschaft und Sozialwirtschaft,
- die schrittweise Integration von Re Use in abfallwirtschaftliche Strategien und Programme,
- sowie die Entwicklung von Re Use Austria (damals RepaNet) als zentraler Plattform und Interessenvertretung des Sektors.
Walter Schober war dabei nicht nur Initiator, sondern auch aktiver Unterstützer und Türöffner: Viele Projekte konnten erst durch seine Offenheit, sein Vertrauen und seine strategische Weitsicht umgesetzt werden.

(c)VABÖ / Alexander Würtenberger; „Staffelübergabe“: Walter Schober schenkt Re-Use Austria-GF Matthias Neitsch das legendäre Schild über seiner Bürotür („Mistableeren strengstens verboten!“) anlässlich seiner Pensionierung, seither ziert es dessen Bürotür.
Nachhaltige Wirkung bis heute
Die von ihm angestoßenen Entwicklungen wirken bis heute nach. Re Use ist mittlerweile ein wesentlicher Bestandteil der österreichischen Kreislaufwirtschaft und wird in Politik, Verwaltung und Praxis zunehmend als prioritäre Stufe der Abfallhierarchie verstanden.
Die enge Verbindung von ökologischen Zielen mit sozialwirtschaftlichen Strukturen – ein heute prägender Ansatz von Re Use Austria – geht in wesentlichen Teilen auf die in dieser frühen Phase geschaffenen Grundlagen zurück.
Für seine Verdienste um die kommunale Umwelt- und Abfallberatung wurde Walter Schober im Jahr 2010 zum Ehrenmitglied des Verbandes Abfallberatung Österreich (VABÖ) ernannt.
Unser Dank
Wir verlieren mit Walter Schober einen prägenden Mitgestalter und einen geschätzten Wegbegleiter. Sein Wirken hat entscheidend dazu beigetragen, die Grundlagen für Re Use in Österreich zu schaffen und weiterzuentwickeln.
Re Use Austria wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.


