
Was passiert eigentlich, wenn Papas geliebte Säge plötzlich den Dienst versagt oder der mechanische Spielzeughund nicht mehr hüpfen will? In der Volksschule Lind in Villach lautete die Antwort diese Woche nicht „Neukauf“, sondern: „Das reparieren wir selbst!“
Das Team der Reparaturinitiative Villach rund um Alexander Kostiunig verwandelte das Klassenzimmer kurzerhand in eine lebendige Werkstatt. Das Ziel? Den Kindern zu zeigen, dass in kaputten Gegenständen oft noch ganz viel Leben steckt.
Antonijo hat die Säge seines Vaters dabei. „Also er hat irgendwas geschnitten und dann hat es einfach nicht funktioniert.“, erzählt er. Doch statt die Säge zu entsorgen, vertraut er diesmal auf das Know-how des Teams vor Ort.
Für Alexander Kostiunig ist diese Arbeit eine Herzensangelegenheit:
„Reparieren ist das neue Einkaufen. Man hat positive Erlebnisse, man freut sich, wenn wieder etwas zum Laufen kommt, und es ist für viele wertvoll fürs weitere Leben.“
Forschergeist und Rettungsmissionen
Die Begeisterung der 25 Schulkinder war greifbar. Tage im Voraus wurde überlegt: Was ist zu Hause defekt? Was können wir retten? Lea kam mit ihren zwei Spielzeughunden, die ihren Schwung verloren hatten. Ihr Ansatz war fast schon chirurgisch: „Wir können sie aufschneiden und gucken, ob wir sie retten können.“
Doch nicht jeder Rettungsversuch ist von Erfolg gekrönt. Alexander Kostiunig macht auf ein strukturelles Problem aufmerksam:
- Bauweise: Viele Produkte sind heute so konstruiert, dass sie kaum zu öffnen sind.
- Komplexität: Ein Mix aus kleinteiliger Mechanik und vergossener Elektronik macht Reparaturen oft langwierig oder unmöglich.
Dennoch: Das Scheitern an einem Gerät mindert nicht den Lerneffekt. Es schärft das Bewusstsein für die Qualität und Langlebigkeit unserer Konsumgüter.
Ein Anker für die Zukunft
Für die Schuldirektorin Birgit Kabas und Sabine Mazzora (Leiterin der Abfallwirtschaft) ist das Projekt ein voller Erfolg. Während Schulbuchinhalte oft verblassen, bleiben solche Erlebnisse haften.
Warum dieses Projekt so wichtig ist:
- Selbstwirksamkeit: Kinder erleben, dass sie selbst etwas beitragen können.
- Stolz: Das Gefühl, den Eltern zu Hause zu sagen: „Ich habe das selbst repariert“, ist unbezahlbar.
- Nachhaltigkeit: Umweltschutz wird hier nicht theoretisch besprochen, sondern praktisch gelebt.
Ein schönes Erfolgserlebnis gab es übrigens auch für das Lehrer:innenkollegium: Die Kaffeemaschine der Schule wurde im Rahmen der Aktion erfolgreich instandgesetzt und verrichtet nun wieder ihren Dienst.
Fazit
Projekte wie dieses in Villach zeigen, dass die Repair-Kultur bereits bei den Kleinsten beginnen muss. Wer früh lernt, Dinge wertzuschätzen und zu reparieren, wird auch als Erwachsener achtsamer mit Ressourcen umgehen. Wir gratulieren unserem Fördermitglied Reparaturinitiative Villach zum erfolgreichen Projekt und wünschen alles Gute für weitere Events!


